Auf den Brettern, die die Welt bedeuten…

Am 22.1.2018 war die 3b zu Gast in der Volksoper Wien. Wir haben einen der heiß begehrten Termine ergattert und durften hinter die Kulissen der Volksoper Wien blicken. Hier ein Abriss unserer ganz persönlichen Oper…

            Ouvertüre

Herr Macek, seit über dreißig Jahren an der Volksoper Wien tätig, ist ein echtes Urgestein im Haus. Nach der Begrüßung im Foyer und einem kurzen Bericht über die Geschichte der Volksoper nimmt uns unser fachkundiger Führer mit in den ersten Stock. Und dort beginnt unsere Reise durch das Opernhaus.

1.      Akt:    Willkommen in den Katakomben

Vom ersten Stock geht es hinab in das Untergeschoss, in die Räumlichkeiten, die Besucher normalerweise nicht betreten dürfen. Wir gehen vorbei an den Garderoben der Primadonnen und Solisten, bestaunen Kostüme und Maske und lachen über den unglaublichen Fatsuit, der selbst schlankeste Persönchen in übergewichtige Menschen verwandelt. Herr Macek zeigt uns die Räume der Musiker, wo die Kontrabasse nebeneinander an der Wand gestapelt auf die abendliche Vorführung warten. Die niedrigen Gänge scheinen uns im Kreis herumzuführen, doch schließlich stehen wir auf der Bühne.

2.      Akt:    Auf der Bühne daheim

Über Schleichwege durch den Keller sind wir schließlich auf der Nebenbühne gelandet. Hier lagern die verschiedensten Teile von unterschiedlichen Produktionen griffbereit für die Bühnenarbeiter. Außerdem sind wir umgeben von Technik. Überall sind Monitore (zur Verständigung von Ton, Bühne, Licht und Regie), Kabel, Schalter und mehr. Herr Macek erklärt uns die Wichtigkeit von stumpfen Waffen auf der Bühne und warum eine ordentliche Requisite stets zwei Gläser zur Hand haben sollte, auch wenn nur eins benötigt wird.

3.      Akt: Im Rampenlicht

Endlich sind wir auf der Hauptbühne und stehen mitten im Bühnenbild von „Antonio Vivaldis 5. Jahreszeit“ – mitnichten ein Barock-Stück, sondern ein BaRock-Musical. Die Bühnenarbeiter machen uns eine Freude und drehen uns auf der Drehbühne dem Zuschauerraum entgegen – Licht an und wir stehen im Rampenlicht mitten auf der Hauptbühne der Wiener Volksoper. Über uns: 23 m Raumhöhe und jede Menge Technik. Lichtanlagen mit riesigen Scheinwerfern, verschiedenste Bühnenhintergründe, die mit Flaschenzug beliebig hoch- und runtergezogen werden können und vor uns über 1300 Sitzplätze aus rotem Samt.

4.      Akt:    In der Unterwelt

Von den Bühnenbrettern führt uns Herr Macek in die Unterwelt – wir sind unter der Bühne und staunen über den 7 m tiefen Raum, der Teile der Bühne komplett vor den Augen der Zuschauer verschwinden lassen kann. Schummrig ist es hier, die Beleuchtung eher spärlich. Niedrig drückt der Bühnenboden von oben den Raum. Als wir auf der anderen Seite des Raums die Treppen wieder raufsteigen, sind die Treppenabsätze über uns mit Schaumstoff gepolstert – wie viele Techniker sich hier wohl schon den Kopf angestoßen haben…

5.      Akt:    Auf dem Balkon

Herr Macek übergibt uns an seine Kollegin und die bereitet uns auf die Probe vor, der wir ausnahmsweise beiwohnen dürfen. Von unseren supertollen Plätzen im Balkon dürfen wir eine Probe mit Starbesetzung beobachten: Der Direktor der Volksoper ist bei Antonio Vivaldis 5. Jahreszeit auch Regisseur und heute überwacht der Chef höchstpersönlich den Probenverlauf. Im Orchestergraben wartet ein weiterer Star auf uns: der Komponist des Stücks dirigiert selbst und arbeitet mit den Solisten auf der Bühne. Wir haben Glück, die Sänger können ihre Rollen schon sehr gut und wir sehen viele Szenen eines Stücks, das erst am kommenden Samstag Premiere hat! Als der Vorhang für uns fällt, bleibt nur noch eins zu sagen: Bravo!